Gewerbegebiet = Schleichverkehr? Wie mit gezielten Falschinformationen Stimmung gemacht wird

Ein Plakat von SPD/Grüne und Bund Naturschutz mit dem Aufmacher „Kein Schleichverkehr mehr, deshalb Nein zu neuem Gewerbegebiet“ war überall in Stadtbergen zu finden, auch bei uns in Deuringen mit einem Deuringer Bild. Man fragt sich sofort, soll bei uns in Deuringen ein Gewerbegebiet entstehen? Keine Angst, das ist nicht der Fall. Es geht um die Vorplanung eines Gewerbegebietes an der B 300 gegenüber OBI. OK, soll dann das Gebiet über Stadtbergen oder sogar Deuringen angeschlossen werden? Dazu haben wir den Bürgermeister angefragt. Der erklärt sehr deutlich, dass eine Anbindung nur über die schon vorhandene Ampelkreuzung an der B 300 und eventuell über eine zusätzliche Einfahrt/ Ausfahrt an der B 300 erfolgen soll. Es wird keine Anbindung an Stadtberger Wohngebiet geben. Warum soll es dann Schleichverkehr in Stadtbergen geben. Die Autofahrer müssten also deutliche Umwege in Kauf nehmen, um dann doch auf die B 300 fahren zu müssen. Das sollen uns SPD / Grüne und Bund Naturschutz mal erklären, wie das passieren soll. Und jetzt vermutet eine neue Bürgerinitiative sogar, dass es durch das Gewerbegebiet zu Rückstaus auf der B 300 kommen wird, obwohl man ja wissen müsste, dass die Anbindung an eine bestehende Ampelkreuzung erfolgen wird. Wenn es demnächst Rückstaus geben wird, dann nur wegen dem Bau der neuen Strassenbahnlinie 5 in der Bürgermeister-Ackermannstrasse, und nicht wegen einem neuen Gewerbegebiet.

Also geht es nicht um Schleichverkehr, sondern grundsätzlich um das Gewerbegebiet. Leider suggerieren die Verfasser einen direkten Nachteil für alle Bewohner Stadtbergen. Das ist schlicht unwahr. Über den Sinn eines Gewerbegebietes kann man natürlich streiten. Und das wollen wir auch tun, und daher setzen wir uns jetzt mal mit den „Argumenten“ des Bündnisses auseinander:

Behauptung der Gewerbegebietsgegner: Es entsteht ein „riesiges“ Gewerbegebiet:
Mit 20ha ist das Gewerbegebiet sicher nicht XXL.

Das direkt gegenüberliegende Gebiet hat mit 28,5ha sogar eine noch grössere Fläche. Es macht Sinn, Gewerbegebiete zu bündeln, um Wohn- und Gewerbebau deutlich zu trennen.
Behauptung: Verbrauch von bestem landwirtschaftlichen Boden:
Es geht also um Ackerland.

Hier sollten die Bürger auch wissen, dass konventionelle Landwirtschaft häufig eine schlechte Ökobilanz hat, da durch die Düngung klimaschädliche Stoffe freigesetzt werden. Das sollten Grüne und Bund Naturschutz doch wissen.
Behauptung: Einengung der Naherholung, Verlust an Wohnqualität:

Die Wohnqualität Stadtbergens wird durch die westlichen Wälder und die Deuringer Heide bestimmt, nicht durch einen Weg durch frisch gedüngtes Feld. Ackerland an der B 300 war noch nie Naherholungsgebiet. Z.B. für den Erhalt der Deuringer Heide fehlt es jedoch regelmässig an Geld im angespannten Stadtberger Haushalt.

Behauptung: Lärm/ Abgase /Gestank:

Das Gewerbegebiet wird eher zur Verringerung von Abgasbelastung führen. Derzeit pendeln ca 50% aller Arbeitnehmer mehr als 10km zur Arbeit, obwohl sie einen Arbeitsplatz am Wohnort vorziehen würden. Hier können Arbeitsplätze für Stadtberger Bürger entstehen, die dann keine weiten Wege mehr pendeln, sondern auch per Fahrrad oder zu Fuß zur Arbeit kommen können.. Außerdem können Auspendler aus Augsburg das Gebiet sehr gut mit der Straßenbahn, die direkt gegenüber dem Gebiet ihren Endpunkt hat, erreichen. Auch das muss in eine Ökobilanz mit einbezogen werden. Auch wir sind für die Ansiedlung nachhaltiger Betriebe. Hier müssen aber auch Chancen erkannt werden. In 3 Jahren wird das Zentralklinikum zur Uniklinik. Ein Schwerpunkt der Uni wird Umweltmedizin sein. Typischerweise siedeln sich rund um Unis medizinnahe Einrichtungen an. Was hat denn das Bündnis gegen die Ansiedlung hochmoderner Umweltlabore, die uns ja gerade im Verständnis der Umwelteinflüsse auf den Menschen voranbringen. Sogar der Emissionsschutz (Lärm- und Feinstaubbelastung) gegenüber der B 300 kann durch ein Gewerbegebiet verbessert werden.
Behauptung: Das Gewerbegebiet bringt nichts für die Stadt, 80% der Betriebe in Stadtbergen zahlen keine Gewerbesteuern:

Es mag stimmen, dass 80% der Betriebe unterhalb des Gewerbesteuerfreibetrages verdienen. Genau das ist das Ergebnis der verfehlten SPD-Gewerbepolitik der Stadt in den letzten 20 Jahren. Es siedelten sich häufig Betriebe an, die aufgrund ihrer Struktur kaum Arbeitsplätze und erst recht keine Ausbildungsplätze schaffen. Das Resultat sind sowohl deutlich höhere Arbeitslosigkeit, insbesondere der Jugend und mehr Hartz IV Empfänger als im Durchschnitt des Landkreises Augsburg. Der Mittelstand, der Wachstumsmotor in Deutschland, wurde in Stadtbergen nicht unterstützt, obwohl Standortvorteile durch den niedrigen Gewerbesteuersatz und die Strassenbahnanbindung vorhanden sind. Wir sind dankbar für die Stadtberger Betriebe, die sich in unserer Gemeinde ansiedeln und sowohl Arbeitsplätze, als auch einen Beitrag für die Gemeindefinanzen schaffen Und es hat halt auch finanzielle Auswirkungen, über die auch gesprochen werden muss. Gersthofen hat mehr als 5-fach höhere Gewerbesteuereinnahmen pro Kopf und in Neusäß sind die Einnahmen fast 2 mal so hoch wie bei uns. Würden wir nur die Einnahmen von Neusäß anstreben, würde das um ca. 1,8 Mio € höhere Gewerbesteuereinnahmen pro Jahr für Stadtbergen bedeuten. Die Stadt hat dann wieder mehr Gestaltungsraum, um Leistungen für die Bürger zu verbessern und damit weiter attraktiv zu bleiben. Das hat nichts mit Materialismus tun.

Deshalb sagen wir JA zum Gewerbegebiet.

Ja zu hohem Freizeitwert durch die westlichen Wälder und die erhaltene Deuringer Heide

Ja – zu kurzen Wegen zur Arbeit
Ja zur Entwicklung eines modernen / nachhaltigen und lebenswerten Ortes

CSU: gemeinsam Zukunft gestalten

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